Protokoll der offenen Gesprächsrunde: All-Gender und FLINT* Toiletten auf dem Campus!?

Warum ist schwul nicht im FLINT* Begriff enthalten?
Die FLINT*-Toilette soll ein Rückzugsort für FLINT* Menschen vor cis Männern sein, Schwule sind nicht enthalten, da dann eine Gruppe cis Männer Zugang zum Rückzugsort hätten. Der Begriff FLINT* ist zurückzuführen auf die Emanzipationsbewegung und historisch entstanden.
Wie viel Prozent sind nicht cis geschlechtlich?
Dazu haben wir keine Statistik vorliegen, da es schwierig zu erfassen ist.
Der Besuch von FLINT* Toiletten stellt ein Outing dar.
Dem stimmen wir zu. Sollte jemensch nicht bereit sein auf die FLINT*-Toilette zu gehen kann mensch die All-Gender Toilette benutzen. Außerdem fühlen sich einige Menschen in All-Gender Toiletten wohler
Ein cis Mann könnte sich als FLINT* ausgeben, um das Konzept zu missbrauchen.
Es sollen Plakate an den Eingangstüren aufgehängt werden. Diese sollen die Aufklärungsarbeit leisten, welche es braucht, damit weniger Menschen das Konzept missbrauchen. Wir sind der Meinung, dass es ein unsoziales Verhalten ist. Wir gehen davon aus, dass sich nach einiger Zeit der Protest in Form von Missbrauch des Konzeptes einstellen wird.
Übergriffe werden trotz den FLINT*-Toiletten stattfinden und das auch auf den FLINT*-Toiletten.
Wenn Täter*innen Übergriffe begehen wollen, dann wird es weiterhin passieren und das kann kein Konzept nachhaltig verhindern. Wir werden uns als Ansprechpartner*innen zur Verfügung stellen und Strukturen schaffen, um solchen Tendenzen entgegen zu wirken.
Wenn All-Gender und FLINT* Toiletten geschaffen werden, wird es wieder zu einer Trennung in das jetzige binäre System kommen. Deswegen sollten alle angedachten Toiletten All-Gender Toiletten werden.
Das kann passieren. Wir sehen dennoch den Bedarf für einen Rückzugsort und möchten durch das Konzept Sichtbarkeit für marginalisierte Gruppen schaffen.
Die Frauentoilette ist jetzt schon ein Rückzugsort.
Das stimmt.
Ab wann soll das Konzept umgesetzt werden?
Das Präsidium ist offen für Diskussionen und der Umsetzung und schlägt vor, ein Pilotprojekt zu beginnen. Das Präsidium möchte den Prozess der Umsetzung beschleunigen. Die Umsetzung des Konzeptes ist nach Aussage des Präsidiums nicht am höchsten priorisiert, aber trotz dessen wichtig.
Ist das Relevant?
Es betrifft wenige Menschen. Es betrifft eine Minderheit. Die Vertretung von Minderheiten ist wichtig, weil wir diese schützen müssen. Wenn wir mit einer veränderten Toilettensituation auch nur einem Menschen helfen können, dann ist das Ziel erreicht.
Das Ideal wäre einzeln abschließbare Kabinen.
Das sehen wir auch so.
Es wird niemand gezwungen auf die All-Gender Toilette zu gehen.
Das stimmt. Die nächstliegende Toilette wird auf dem Infoplakat ausgeschildert werden.
Warum werden Behinderten-Toiletten nicht zu All-Gender Toiletten?
Das ist aufgrund der Arbeitsstättenverordnung, welche eine Mindestanzahl von Toiletten für Menschen mit Behinderung vorschreibt, nicht möglich. Außerdem könnte suggeriert werden, dass „Behindert“ gleich FLINT* ist.
Ist es geplant ein Experiment zu veranstalten, um Evidenz über sexuelle Übergriffe zu erlangen?
Nein.
Warum muss der Rückzugsort eine Toilette sein?
Die Toilette hat sich als Rückzugsort etabliert.
Cis Männer benötigen auch Schutz.
Statistisch betrachtet ist das Schutzbedürfnis für Männer weniger stark als das für FLINT*. Wir müssen Prioritäten setzen. Uns ist bewusst, dass es auch andere Formen von Diskriminierung gibt.
In Gebäude Q könnten nur ALL-Gender Toiletten eingerichtet werden, da die Kabinen abschließbar sind.
Ja, das werden wir so machen.
Es kann von außen nicht bewertet werden, ob eine Person FLINT* ist. Das könnte dazu führen, dass sich Frauen* von vermeintlichen cis Männern belästigt fühlen.
Das kann nicht ausgeschlossen werden. Wir hoffen auf einen sensiblen und menschlichen Umgang.
Warum unterstellt ihr allen Männern übergriffiges Verhalten?
Statistiken belegen, dass sexuelle Gewalt gegen FLINT* stärker ist, als gegen cis Männer und Übergriffe vermehrt von cis Männern begangen werden, deswegen sind wir der Meinung, dass wir eine FLINT*-Toilette brauchen. Wir unterstellen niemandem bestimmte Verhaltensweisen. Es geht bei den FLINT*-Toiletten einzig und allein um den Schutz und die Sichtbarkeit der inbegriffenen Menschen.
Welche Botschaft wird mit FLINT*-Toiletten gesendet? Cis Männer werden bewusst ausgeschlossen auf eine FLINT*-Toilette zu gehen.
Es geht bei den FLINT*-Toiletten einzig und allein um den Schutz und die Sichtbarkeit der inbegriffenen Menschen. Und das werden wir transparent und verständlich verbreiten. Außerdem wird nur das Schild geändert. Wir setzen dabei den Fokus auf eine marginalisierte Gruppe.
Wenig Menschen an der TUHH finden das Konzept der All-Gender Toilette schlecht.
Sehr gut.
Lesben sind gesellschaftlich akzeptierter als Schwule.
Die Diskussion, welche der Homosexuellen Orientierungen stärker akzeptiert ist und welche nicht, hat nichts mit der Toilettendiskussion zu tun.
FLINT* werden bevormundet.
Wir setzen uns für eine marginalisierte Gruppe ein. Wir sehen es als notwendig an, aufgrund der Faktenlage einen Raum zu geben und eine Stimme zu sein, bis eine absolute Gleichstellung erreicht ist. Es findet keine Bevormundung statt, sondern ein Angebot eines bevorzugten Rückzugsbereichs, wobei niemensch gezwungen wird, diesen wahrzunehmen. Dieser Raum ist aufgrund realistischer Einschätzung der momentanen gesellschaftlichen Situation notwendig.
Das vorgeschlagene Konzept ist nicht geschlechtergerecht gleichgestellt.
Es geht bei unserem Vorhaben nicht im eigentlichen Sinne um eine absolute Gleichstellung. Wir möchten gleiche Möglichkeiten schaffen. Es ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zur absoluten Gleichstellung.
Wofür steht das Sternchen hinter FLINT*?
Das Sternchen steht für alle Gruppen, welche sich zwischen und um FLINT befinden.
Wenn eine FLINT*-Toilette geschaffen wird, muss es auch Toiletten für Schwule usw. geben.
Wir denken eine FLINT* Toilette reicht erstmal aus. Eine zu starke Unterteilung wäre ein Rückschritt und kein Fortschritt. Wir müssen Prioritäten setzen. Uns ist bewusst, dass es auch andere Formen von Diskriminierung gibt.
Die Toiletten sollten unterteilt werden in „das männliche und weibliche Geburtsgeschlecht“.
Nein. Beispielsweise Menschen mit einer Transidentität würden auf eine Toilette gezwungen werden, auf der sie sich nicht wohl fühlen. Wir unterstützen keine trans-feindlichen Strukturen.

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